Sleeves
Die Vorteile der Sleeve-Technologie werden in der graphischen Industrie - besonders im Bereich Flexodruck und im Tiefdruck - seit Jahrzehnten genutzt. Auch bei der Weiterverarbeitung und Veredelung (Beschichtung, Kaschierung) gehört der Einsatz von Sleeves inzwischen zum Alltag. Seit einigen Jahren halten Sie nun auch im Bereich der technischen Anwendungen Einzug.
- schneller Wechsel der elastomeren Walzenbezüge
- auf einem Kern werden verschiedene Arbeitsbreiten/Absetzmaße realisiert
- es werden weniger zusätzliche Kerne für eine Maschine benötigt dadurch ergeben sich geringere Investitionskosten
- transportiert werden nur die Sleeves, keine Metalldorne oder Kerne
- keine Lagerung von beschichteten Maschinenkernen notwendig
- weniger Lagerfläche notwendig, da die Sleeves senkrecht gelagert werden können
Anwendungsgebiete
Sleeve-Systeme sind im Flexodruck, im Tiefdruck und in einigen Druckmaschinen aus dem Bereich Rollenoffset bereits etabliert. Im Flexodruck kommen elastomer beschichtete Hülsen für den Vollflächendruck oder als lasergravierte Druckform zum Einsatz. Im Bereich des Tiefdrucks werden Presseursleeves für den konventionellen Druck und für den Druck mit einer elektrostatischen Druckunterstützung (ESA) eingesetzt.
Bei der Folien- und Papierveredelung werden sie zum Beschichten und Kaschieren verwendet.
Für alle genannten Anwendungen können wir ihnen die passenden Sleeves liefern. Die Trägerhülsen, bestehend aus einem glasfaserverstärkten Kunststoff (GFK), werden von Böttcher selbst hergestellt.
Zylindrische Sleeves
Die ersten zylindrischen Hülsen wurden im Bereich des Flexodruck eingesetzt. Die Abstufung der Außendurchmesser der Luftdorne orientiert sich daher oft indirekt an den sogenannten Rapport- oder Abwicklungslängen (Umfang des Sleeves für den Druck). Luftdruck: zylindrische Systeme 6-8 bar
Konische Sleeves
Die im Tiefdruck eingesetzten konischen Presseursleeves folgen zumeist dem sogenannten Speedwell-System der Fa. Strachan Henshaw Machinery (SHM). Luftdruck: konische Systeme 10 - 15 bar
Umrüstung auf Sleeve-Technologie
In vielen Bereichen werden neue Maschinen bereits mit der Sleeve-Technologie ausgeliefert. Für ältere Maschinen besteht oft die Möglichkeit der Umrüstung. Das komplette System - Maschinendorne, Schleifdorne und gummierte Hülsen für unterschiedliche Anwendungsbereiche - kann von Böttcher geliefert werden. Zur Auslegung des Luftdorn für die Maschine benötigen wir eine detaillierte technische Zeichnung des derzeit vorhandenen Metallkerns (Zapfengeometrie, Lagertoleranzen, Wandstärke, Einbauten, maximale Linienkraft). Zum Auf- und Abziehen der Sleeves vor Ort wird zusätzlich eine einfache Aufnahmevorrichtung mit einer Druckluftversorgung benötigt.
Elektrische Eigenschaften der Sleeves
Für die Beurteilung der elektrischen Eigenschaften eines Sleeves müssen beide Komponenten - die Basishülse und die elastomere Beschichtung - berücksichtigt werden. Die Auswahl der einzelnen Materialien hängt unter anderem von den elektrischen Anforderungen der jeweiligen Anwendungen ab.
Als Träger für die elastomere Beschichtung werden heute überwiegend Hülsen aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) eingesetzt. Hierbei können antistatische Eigenschaften der Trägerhülse durch die Zugaben spezieller Leitfähigkeitsagentien in die Harzmatrix eingestellt werden. Der Einsatz von carbonfaserverstärktem Kunststoff (CFK) ist für Sleeveanwendungen aus technischer Sicht in den meisten Fällen nicht notwendig und aufgrund des deutlich höheren Preises der Kohlefasern aus wirtschaftlicher Sicht auch nicht sinnvoll.
